Von einem denkwürdigen und arbeitsintensiven Jahr sprach der Vorsitzende Wolfgang Jung bei der Jahreshauptversammlung des Vereins „Für Bauschheim“ am Montagabend im Bürgerhaus.
Dank 92 neu hinzugekommener Mitglieder wuchs der Mitgliederstand des Vereins auf 303 an. Mit dem Zugpferd Bürgerhaus, das der Verein in Eigenregie saniert und betreibt, rechnet Jung mit weiterem Zuwachs.
Nicht nur Positives, auch von Rückschlägen berichtete der Vorsitzende. So habe das Finanzamt eine andere Sichtweise in Bezug auf die Gemeinnützigkeit. Denn die Kerb, so ergab die Steuerprüfung der Jahre 2011 bis 2013, sei kein Brauchtum. Kerb und Weihnachtsmarkt seien nicht gemeinnützig, sodass keine Spendenquittungen ausgestellt werden dürften. Daher musste der Verein Nachzahlungen an Gewerbesteuer und Körperschaftssteuer im vierstelligen Bereich leisten.
Zu den wichtigsten Vereinssparten mit Brauchtum, Vereinsaktivitäten, Festen und Veranstaltungen gehört das Bürgerhaus, das am 1. November 2014 von Für Bauschheim von der Stadt übernommen wurde, wobei die Stadt einen Sanierungszuschuss von 450 000 Euro leistete. Die aufwendigen Sanierungsleistungen sind voll im Gang und laufen nach Plan, so der Vorsitzende. Für die Sparte Brauchtum referierte Horst Guthmann, der über vergangene Veranstaltungen sprach und eine Vorausschau auf geplante Veranstaltungen gab.
Am 21. April (Dienstag) gibt es einen Vortrag gemeinsam mit „Lesen in Bauschheim“ zum Thema „Unsere Nachbarn aus Raunheim“. Am 25. Mai (Pfingstmontag) veranstaltet der Verein eine Plauderrunde mit Bildervortrag zum Thema „Die sechziger Jahre“. Am 30. und 31. Mai gibt es wieder die Bauschheimer Gewerbemeile und am 1. Juli einen Ortsrundgang, arrangiert mit der Stadt Rüsselsheim. Am 28. Juli wird es erneut eine Feldrundfahrt geben mit dem Titel „Wo in Bauschheim Kraut und Rüben wachsen“, diesmal aber hoffentlich ohne Regen, Blitz und Donner, hofft Guthmann. „Die Abteilung Brauchtum ist eine runde Sache“, beendete Guthmann seinen Bericht. Zur Sparte Feste und Veranstaltungen referierte Alexander Steinbrecher, der noch einmal darauf hinwies, dass diese nicht gemeinnützig seien. Gesetzt sind die „Bauschemer Kerb“ vom 26. September bis 4. Oktober sowie der Weihnachtsmarkt am 28. und 29. November. Beim Opel-Firmenlauf am 9. Juli will Für Bauschheim mit mindestens einer Mannschaft dabei sein.
Die Sparte Vereinsaktivitäten, die sich bislang aus vier Damen zusammensetzte, wird neu aufgestellt. Jung dankte den bisherigen Mitstreiterinnen für ihr Engagement. Bei den anstehenden Vorstandswahlen gab es Neubesetzungen der Ämter des Kassierers und des Schriftführers. Günter Laun wurde neuer Kassierer und ersetzt Andrea Baldewein. Neue Schriftführerin ist Elke Böcker, die das Amt vom scheidenden Steffen Kröcker übernimmt. Als erster und stellvertretender Vorsitzender wurden einstimmig Wolfgang Jung und Alexander Steinbrecher wiedergewählt. Auch die fünf Beisitzer Werner Stahl, Horst Guthmann, Bastian Grünewald, Markus Stahl und Ralf Werner konnten en Bloc wiedergewählt werden. Neuer Kassenprüfer wurde Günther Englert.
Bürgerhaus steht im Mittelpunkt
Bei der Hauptversammlung des Vereins „Für Bauschheim“ dominierte das Thema Bürgerhaus die Tagesordnung. Zehn Teams arbeiten derzeit in der Sparte Bürgerhaus.
Vorsitzender Wolfgang Jung informierte ausführlich über den aktuellen Stand der Sanierungen. Sehr aktiv sei die Sparte der Hauswarte, die sich aus acht Helfern zusammensetze. Auch die Sparte für die Außenanlage sei schon sehr aktiv gewesen, sodass Veränderungen bereits deutlich zu sehen seien.
Viel Geld konnte das Abfallmanagement einsparen, indem es akribisch den Müll trennte. Die Sparte Belegung für das Bürgerhaus lässt mitteilen, dass die Halle für kommendes Silvester bereits ausgebucht ist. Vorsitzender Jung ist guter Dinge, dass nach der Renovierung mehr Programmangebote nach Bauschheim kommen werden. Bereits jetzt sei der Zuspruch sehr gut, obwohl man noch nicht in die Werbung gegangen sei. Zum Stand der Sanierung erläuterte Jung detailliert, welche Maßnahmen in der nächsten Zeit in Angriff genommen werden. Durch viele Eigenleistungen liegen bisher alle Kosten im Plan.
Für die Verglasung von Treppenhaus und Fensterfront besagt der Ist-Zustand, dass die Fenster keine Isolierverglasung haben und im Treppenhaus keine gedämmten Glassystemwände vorhanden sind. Das Sanierungskonzept sieht vor, die Wände teilweise zuzumauern und kleinere Fenster einzubauen. Auch für die Gewährleistung der Brandschutzanforderungen sind verschiedene Maßnahmen in Arbeit oder bereits abgeschlossen, zu denen auch die Herstellung einer bauordnungsgemäßen Abtrennung des Heizraumes zum Flur oder der Verschluss aller heizungsbedingten Lüftungsöffnungen vom Saal zum Keller gehören.
Derzeit in Arbeit sind Elektroinstallationen und Sanitärinstallationen. Bereits abgeschlossen sind die Heizungsinstallation sowie der Einbau einer zentralen Lüftungsanlage, die Dacherneuerung und die Dachrinnenanbringung. Die Wärmeisolierung der gesamten Fassade mit Dämmplatten soll als letzter Akt der Sanierungsaufgaben in Eigenleistung angegangen werden, um die Kosten zu reduzieren.
Als Raum für das Catering wird die veraltete Küche zurückgebaut, gefliest, Mobiliar und Spüle, sowie ein Kühlhaus und eine neue Theke eingerichtet. Viel Geld kostete die Erstellung von Plänen durch den Architekten sowie von Brandschutzkonzepten. Diese seien jedoch vom städtischen Bauamt gefordert.
Die Raumplanung für Keller, Erdgeschoss und erstes Obergeschoss sieht Platz für Vereine wie die SKG-Chöre, BNZ oder auch die Landfrauen vor. Im Erdgeschoss dominiert der Küchenbereich und eine Künstlerumkleide wird entstehen. Im ersten Obergeschoss wird es drei Räume geben, die zur Vermietung anstehen. Zunächst, so Jung, sollen die Räume der Stadt zur Miete angeboten werden.
Bislang hat der Verein rund 220 000 Euro verbaut, im September sollen die Arbeiten mit der Dämmung abgeschlossen und bis dahin weitere 230 000 Euro eingesetzt werden. Der Gesamtbetrag für die von Stadtrat und Für-Bauschheim-Mitglied Horst Trapp koordinierte Sanierung des Bürgerhauses entspricht dann dem Sanierungszuschuss der Stadt.
Derzeit sucht der Verein noch Paten, die das Bürgerhaus finanziell unterstützen. Sobald die Renovierungsarbeiten beendet sind, soll im Foyer eine Schautafel errichtet werden, auf der die Paten mit Foto zu finden sind. Die Preise für die Vermietung von Räumen und Sälen im Bürgerhaus hat das Belegungsteam festgelegt. Jung erklärte, die Preise seien mit den Angeboten im Umkreis vergleichbar.
Wer einen Raum im Bürgerhaus mieten möchte, kann sich an Carola Holzer, Telefon 06142/7975500 oder per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! wenden.